| Jubiläum: Seit 10 Jahren Hoffnungsbringerin und Amala |
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"Es war Liebe auf den ersten Blick" und es sollte das "erste Samenkorn für eine grenzüberschreitende Aktion und Freundschaft werden", so Eiselt. Mittlerweile konnten dank Eiselt und der Gailtalerin Barbara Beyweiß 160 Patenschaften weitervermittelt werden. "Der direkte Kontakt ist mir sehr wichtig. Ich kenne den Großteil persönlich" sagt Eiselt im Interview mit tibetpatenkind.net. Begonnen hat alles im Jahr 2002, beim 90. Geburtstag von Heinrich Harrer. "Dort habe ich einen Tibeter aus der Schweiz kennengelernt, der für tibetische Patenkinder Paten gesucht hat. Nachdem ich schon lange Interesse hatte, ein asiatisches Kind zu unterstützen und da ich schon damals in das Land Tibet verliebt war, habe ich nicht lange gezögert. Schon kurze Zeit später habe ich die Patenschaft für ein Mädchen übernommen. Im selben Jahr hat es sich auch ergeben, dass ich die TCV- Schule in Chauntra erstmals vor Ort besuchen konnte“. 360 Euro kostet eine Patenschaft pro Jahr, damit werden die Unkosten für den Schulaufenthalt gedeckt. „Es geht aber nicht nur ums Geld. Wichtig ist, dass die Kinder wissen, dass es irgendwo auf der Welt jemanden gibt der an mich denkt, dem ich schreiben kann, von dem ich Briefe, Fotos und ab und zu auch ein Paket bekomme. Die Kinder bekommen dann auch das Gefühl zur Familie zu gehören. Viele sprechen in ihren Briefen ihre Paten mit Mama oder Schwester an.“ „Der Abschied aus der Schule ist von Jahr zu Jahr emotionaler. Die Kinder weinen, die Paten weinen… Es wird immer schwieriger sich in den Bus zu setzen und die Kinder wieder zu verlassen.“ Mit der Schulleitung ist Ingeborg Eiselt ständig per E-Mail in Kontakt. Die Paten selbst werden außerdem regelmäßig per Post über Neuigkeiten aus der Schule benachrichtigt und über die Schulleistungen ihrer Patenkinder. „Ein Kind hat mich adoptiert“ Die Klagenfurterin hat in den letzten 10 Jahren auf ihren zahlreichen Reisen und bei den Schulbesuchen viel erlebt. Ein Ereignis wird sie aber wohl nie mehr vergessen. „Bei einem Schulbesuch ist ein kleines Mädchen immer an meiner Seite gewesen. Sie ist immer neben mir hergegangen. Bei der Verabschiedung hat sie plötzlich meine Hand genommen, mich angesehen und ‚Amala‘ gesagt. ‚Amala‘ bedeutet im tibetischen ‚Mama‘. Ich bin sofort zurück zur Schulleiterin und habe eine Patenschaft für dieses Mädchen übernommen.“ Wie sich herausgestellt hat, ist die Kleine erst eine Woche zuvor in die Schule gekommen. Sie wurde an der nepalesischen Grenze entdeckt, total dehydriert und hat nicht gesprochen. In Nepal wurde sie in einem Kloster von Nonnen gepflegt und dann in die TCV- Schule gebracht. Es ist das nur eine bewegende Geschichte eines Kindes. Bei ihrer letzten Reise im Februar 2012 ist Ingeborg Eiselt auf einen kleinen Buben getroffen. Sein Gesicht ist zur Hälfte verbrannt, weil er ins Feuer gefallen ist. Er schämt sich mit anderen Kindern zu spielen und zieht sich deshalb vollkommen zurück. „Das ist meine Lebensaufgabe“ Ingeborg Eiselt hat immer nach einer Lebensaufgabe gesucht. Mit ihrem unermüdlichen Einsatz für tibetische Flüchtlingskinder hat sie diese auch gefunden. „In der tibetischen Einstellung ist nicht der Beschenkte der Glückliche, sondern der der gibt. Und du merkst das auch, du bekommst so viel Schönes von den Kindern zurück.“ Während unseres Interviews plant Eiselt schon die nächste Reise nach Chauntra, versucht Spendengelder für dringend benötigtes in der Schule aufzutreiben und macht sich Gedanken wie es ihren Patenkindern wohl gerade geht. „Ich vermisse meine Mama..“ Zum Abschluss noch eine Geschichte, die mir beim Interview Gänsehaut beschert hat. Bei einem TCV-Schulfest hat Ingeborg Eiselt eine Rede gehalten vor 500 Kindern. Auf der Bühne hat sie in die großen Augen der Kleinen geblickt. Da ist ihr ein Erlebnis aus ihrem Kroatien-Urlaub mit ihrem Enkel eingefallen. „Er hat einmal plötzlich in der Nacht aufgeweint und gesagt er vermisst seine Mama. Dann ist mir das erste Mal richtig bewusst geworden, wie viele Kinder wohl hier Nacht für Nacht aufwachen und nach ihrer Mama rufen. Nur, hier ist niemand, der sich zu den Kindern kuschelt und sie tröstet..“ Interview: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. |